100 Orte für Industrie 4.0: Schnaithmann GmbH

Auch die Schnaithmann Maschinenbau GmbH ist mit ihrem Navigationssystem für den Arbeitsplatz ausgezeichnet worden. „Wir haben mit dem Montage-Assistenzsystem sozusagen ein Navigationsgerät für den Arbeitsplatz entwickelt. Das System hilft, Fehler zu vermeiden – denn hohe Qualität wird immer wichtiger,“ so Volker Sieber, Entwicklungsleiter des Unternehmens.

 

Bei cubu:S handelt es sich eine intelligente und vernetzungsfähige Infrastruktur für Handarbeitsplätze, vornehmlich für die Bereiche Montage, Verpackung und Kommissionierung. Das System wurde entwickelt, um die Mitarbeitenden an der Montagestation zu unterstützen und mögliche Anwenderfehler zu minimieren. Das Prinzip ist einfach: Durch ein Lichtsystem wird dem Werker der aktuell nötige Arbeitsschritt visualisiert und auf die richtige Ausführung hin überprüft. Alle Anzeige- und Projektionsvorgänge werden mittels eines Beamers realisiert. Für sämtliche Überwachungs- und Kontrollfunktionen wurde ein Bewegungssensor aus der Unterhaltungsindustrie integriert - die Kinect der Spielekonsole Microsoft XBox. Zur Steuerung des Gesamtsystems wird ein handelsüblicher PC verwendet. Das System hilft im produktiven Umfeld, Fehler bei der manuellen Montage zu vermeiden und wird auch gerne dazu verwendet, Kommissioniervorgänge auf Korrektheit und Vollständigkeit hin zu überwachen.

Zu verbauende oder zu kommissionierende Teile werden in einem Kanbanregal bereitgestellt. Entsprechend der Montagefolge oder des Inhalts des Kommissioniervorgangs werden die benötigten Teile der Reihe nach angeleuchtet (Pick-by-Light) und deren korrekte Entnahme überwacht. Bei versehentlicher Fehlentnahme erfolgt ein optisches und/oder akustisches Signal. Die Montageanleitung wird gestoppt, bis das richtige Bauteile entnommen wurden.

Notwendige Arbeitsinformationen werden je nach Anforderung als Video, Foto oder Anweisung direkt in den Arbeitsbereich projiziert, der Verbau- oder Ablageort wird ebenfalls durch Licht-Projektion optisch hervorgehoben (In-Situ-Projektion). Abschließend werden Identität des richtigen Teils, dessen Position und dessen Orientierung überprüft (Verbau- und/oder Anwesenheitskontrolle).

Mitarbeitende werden bei sämtlichen Montageschritten angeleitet. Das bringt den unmittelbaren Vorteil mit sich, dass Fehler jedweder Art unmittelbar und in Echtzeit signalisiert werden und damit bereits in der Entstehungsphase behoben werden können und somit die Null-Fehler-Montage schon während des Prozesses sichergestellt werden kann.

Der mit Assistenzsystemen ausgestattete Arbeitsplatz erlaubt es, Einarbeitungszeiten neuer Mitarbeiter zu reduzieren. Gerade bei einer variantenreichen Montage ist dies von unschätzbarem Vorteil. Mitarbeiter können an unterschiedlichen Montagestationen eingesetzt werden. Durch die Kombination aus Anleitung und Überwachung von korrekt durchgeführten Prozessschritten können zudem auch An- und Ungelernte zu qualitativ hochwertiger Tätigkeit befähigt werden. Das Schnaithmann-System findet sogar bei leistungsgeminderte Menschen seinen Einsatz und trägt dazu bei, diese ins Arbeitsleben zu integrieren. Das Assistenzsystem lässt sich leicht in bestehende Systeme integrieren. Ein neuer Vorgang lässt sich ohne Programmierkenntnisse innerhalb kürzester Zeit durch eine einmalige Durchführung eines korrekten Prozessablaufs im System hinterlegen (Teach-In).

Das Assistenzsystem kann durch den Bewegungssensor selbständig einen Variantenwechsel erkennen und entsprechend darauf reagieren, ohne dass der Mensch handelnd eingreifen muss. In Verbindung mit weiteren Datenbank- und Datentransfertechnologien kann das System die Mitarbeiter bezüglich Ergonomie unterstützen, qualitative Auswertungen durchführen und sich adaptiv dem Leistungsniveau der bedienenden Person anpassen. Das Ergebnis ist ein effizienter Prozessablauf bei gleichzeitiger Minimierung der Anwendungsfehler sowie eine hohe Produktionssicherheit.

Weitere Informationen